Abessiner & Somali

Abessinier1
Die Abessinier stellen eine der ältesten Katzenrassen dar, sie erregen Aufsehen, sind attraktiv und von allen anderen Kurzhaarrassen absolut verschieden.
Die Rasse ist heute – nach vielen Hochs und Tiefs – eine der beliebtesten Katzenrassen überhaupt, besonders in Nordamerika.

Sie und ihre jüngere Langhaar-Version, die Somali, sind die einzigen Vertreter in der Rassekatzenwelt, deren Fellzeichnung auf nur einem mutierten
Gen beruht, das sonst in keiner anderen Rasse auftaucht.
Das betreffende Gen wird als Abessinier-Gen T bezeichnet und gehört zu den Tabby-Allelen. Es verschafft den Abessiniern und Somalis ihr einmalig
geticktes, gebändertes Fell, in welchem jedes Haar zwei oder mehrere dunkle Bänder trägt.
Bei den Somalis können bis zu einem Dutzend Bänder auftreten.

Sie haben außerdem eine rudimentäre Tabby-Zeichnung am Kopf, manchmal auch an den Beinen und am Schwanz.
Nicht mit dem Abessinier-Gen zusammenhängend, aber
ebenso außergewöhnlich ist ihr Körperbau: lang, schlank, kräftig, mit orientalischem Einschlag,
aber nicht so extrem wie bei der Siam.

Der Ursprung der Abessinier liegt – wie bei vielen alten Rassen – im Dunkeln.
Viele meinen, dass sie direkt aus dem Niltal stammt, wofür ihre frappierende Ähnlichkeit im Körperbau mit den Katzen spricht, die von den alten Ägyptern
gemalt und modelliert worden sind.
Anscheinend wurde gegen Ende des Abessinischen Krieges im Jahre 1860 eine Katze namens Zula von Abessinien, jetziges Äthiopien, nach Großbritannien
gebracht und dort mit ähnlich gezeichneten Katzen, teilweise unbekannter Herkunft, verpaart.
Damals interessierte man sich für alles, was aus dieser Gegend Afrikas kam, also auch für diese auffallende Katze, die unter den Namen Abessinier,
Hasen-Katze, Kaninchen-Katze oder Häschen-Katze bekannt wurde.

Tatsächlich sieht auch ihr Fell dem des Hasen oder Wildkaninchens sehr ähnlich.
In Frankreich wird die Abessinier-Wildfarben noch heute als „liévre“, Hase, bezeichnet.

Der erste Rassenstandard für Abessinier aus dem Jahre 1889 lautet: „Sie ist überwiegend tiefbraun, schwarz getickt und erinnert an den Rücken eines
Wildkaninchens, allerdings ohne dessen Graufärbung.“
Damals wie heute werden weisse Flecken im Fell als Fehler betrachtet.
Im Jahre 1917 wurde die erste Abessinier in Nordamerika von der CFA registriert.
Einige erstklassige Katzen wurden in den späten dreißiger Jahren von England in die USA importiert und bildeten Grundstock für diese in Amerika heute
so beliebte Rasse.

Frankreich erkannte sie im Jahre 1929 als erstes kontinentaleuropäisches Land an.
Zu Menschen sind die Abessinier freundlich und lieb, obwohl sie sich mit anderen Katzen nicht immer gut vertragen, was sie zu angenehmen
Hausgenossen macht – zweifellos einer der Gründe für ihre Beliebtheit.
Ihre Stimme ist leise, selbst wenn sie rollig ist.

Ihre normale Wurfstärke liegt bei vier Jungen, ist also kleiner als bei den Orientalen.
Die Jungtiere werden mit einem flauschigen Fell geboren und tragen eine dunkle Zeichnung, die normalerweise mit zunehmendem Alter verschwindet.

Die Standardfarbe der Abessinier wird wildfarben genannt.
Leider die Genetik dieser Rasse noch nicht lange erforscht.
Man weiß heute, dass ihre Färbung auf das Hellbraun-Gen b1 zurückzuführen ist, daher auch kein echtes Rot darstellt.
Deshalb wurde es auch mit der Alternativzeichnung „Cinnamon“ oder „Sorrel“ belegt.