Siam

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Siam

Trotz der in den letzten Jahrzehnten steigenden Anzahl von Katzenrassen ist die Siam gemeinsam mit der Perser die bekannteste Rassekatze schlechthin.

Die Siam wurde im „Buch der Hofmaler“, einem aus Ayutthaya (der Hauptstadt des alten Siams 1350 bis 1767) stammenden Manuskript erstmals erwähnt.

In diesem Manuskript spricht man von zwei Varia-tionender Siamkatze.

Zum einen wird die sogenannte „königliche“ Siam beschrieben, die elfenbeinfarbenes Fell mit dunklen Spitzen hat.

Zum anderen ist von einer Siam mit schokoladenfarbenem Körper und dunklen Spitzen die Rede, die als weniger kostbar, jedoch ebenso geschätzt galt.

Diese entspricht eher der heutigen Burma.

Westliche Reisende berichteten voller Bewunderung von den Siamkatzen, denn diese waren allein dem Königshaus vorbehalten oder galten als Tempelwächter.

Der Handel mit ihnen war streng verboten.

Dadurch gelangten die ersten Siamkatzen recht spät, gegen Ende des 19. Jh., nach Europa.

1892 wird der erste britische Standard festgelegt.

Die neue, extravagante Rasse wird zwar viel bestaunt, jedoch ist die Resonanz auf den Katzenausstellungen eher zurückhaltend.

Für den britischen Geschmack wirkt die schlanke Katze mit dem extrem kurzen, elfenbeinfarbenen Fell sehr fremdartig.

Trotzdem wird 1885 im Crystal Palace eine Siam zur schönsten Kurzhaarkatze der Ausstellung gewählt.

1914 wird die Siam auch in den USA von der CFA anerkannt.
Beschreibung:
• lang gestreckter, eleganter, sehr schlanker Körper
• feingliedrig jedoch trotzdem muskulös
• mittelgroßer Kopf, der ein perfektes gleichseitiges Dreieck bildet
• langes, leicht gewölbtes Profil ohne Stop
• große, weit auseinander stehende Ohren, an der Basis breit
• mandelförmige, schräg gestellte, intensiv blaue Augen
• langer, dünner Hals
• sehr schlanke, lange Beine • ovale, kleine Pfoten
• sehr langer, dünner Schwanz, der in lange schmale Spitze ausläuft
• kurzes, extrem am Körper anliegendes, seidiges, feines. glänzendes Fell
Charakter:
• sehr lautfreudig
• unverwechselbare, etwas heiser klingende Stimme
• sehr aktiv
• möchte im Mittelpunkt stehen, braucht viel Zuwendung
• sehr anhänglich, baut enge Beziehung zum Menschen auf
• auch besitzergreifend und eifersüchtig
• sehr sensibel
• neugierig
• verspielt
• gilt als sehr gelehrig
• braucht relativ viel Ruhe
• akzeptiert andere Tiere und Kinder
Farben:
Die Siam ist wegen ihrer besonderen Färbung, Colourpoint oder Pointed genannt, bekannt.

Dabei sind die Körperteile, an denen die Körpertemperatur niedriger ist, wie Beine, Nase/Schnauze, Schwanz und Ohren, stärker pigmentiert als der Rumpf.

Siamkätzchen kommen weiß zur Welt.

Erst nach und nach werden die Point-Stellen dunkler. Das Fell ist in den ersten Lebensjahren am schönsten und dunkelt mit der Zeit nach.

In der Vergangenheit setzten Züchter ihre Siamkatzen deshalb oft ständig Temperaturen um 30° aus, um diesen Effekt herauszuzögern.

Glücklicherweise ist dies heutzutage nicht mehr üblich.
Farben:
• Maske soll sich nicht über gesamten Kopf erstrecken
• Körper gleichmäßig gefärbt
• Schattierung der Flanken erlaubt
• guter Kontrast zwischen den Points und dem hellen Rumpf
Farben nach amerikanischem Standard:
• Seal (elfenbeinfarbener Körper mit fast schwarzen Points)
• Blue (grauer Körper mit dunklen silber-oder schiefergrauen
Points)
• Chocolate (blass elfenbeinfarbener Körper mit schokoladen-
braunen Points)
• Lilac (weißer Körper mit rosègrauen Points)
im britischen u. europäischen Standard zusätzlich:
• Red Point
• Cream Point
• Tortie Point
• Tabby Point
• Augenfarbe bei allen Farbschlägen intensiv blau